Weltwunder Iguazu Wasserfälle

27 Stunden Bus Trip

Die nächste Stecknadel auf meiner Reisekarte sollte also die größten Wasserfälle der Welt werden. Auch die 23,5 stündige Busfahrt konnte mich nicht abschrecken. Am 4.1. ging die Reise zum Drei-Länder-Eck Brasilien-Argentinien-Paraguay los. Zunächst wollte ich in Brasilien bleiben, um mir die Fälle von dort aus anzuschauen, bevor es zu den Gauchos rübergehen sollte, um dieses unglaubliche Naturwunder von der argentinischen Seite betrachten zu können.

Leider wurden aus den geplanten 23,5 Stunden am Ende fast 27 Stunden. Der Bus war zwar ziemlich komfortabel, kam aber bei weitem nicht an die Qualität der peruanischen Busse heran. Einfach weil ich keine höhere Kategorie buchen konnte (es gibt insgesamt 3 verschiedene). Zudem sind die Preise deutlich höher. Zum Vergleich, von Cusco nach Lima habe ich etwa 55€ bezahlt, während die Fahrt von Rio zur Grenze über 90€ gekostet hat. Half alles nichts, am Ende bin ich am Ziel angekommen, zwar mit geschwollenen Füßen vom langen Sitzen, aber ich war da.

Ideal zum Entspannen: Mein Hostel in Foz do Iguacu

Mein Hostel war dagegen sehr gut. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, das am modernsten eingerichtete Hostel bislang. (Fast) alles was das Travellerherz so braucht war vorhanden. Gute Duschen und Toiletten, bequeme Betten,  mit Steckdosen für jeden. Das Wifi war auch brauchbar. Einzig die Atmosphäre ging ein wenig verloren, was vor allem an den fehlenden bzw. lieblos oder besser kalt gestalteten Gemeinschaftsbereichen lag. Für mich in diesem Fall aber sogar gut, weil ich nach der Zeit in Rio und der langen Busfahrt meine Ruhe haben wollte.

Auf zu den Wasserfällen

Nachdem der Ankunftstag im Zeichen der Erholung stand, war tags drauf der Besuch der Wasserfälle auf dem Programm. Zusammen mit Teo aus Madrid, der mit mir im Dorm war und einer schweiz-amerikanisch-australischen Gruppe aus einem anderen Hostel brachen wir auf. Kurz vor Abfahrt kam dann auch noch Becky aus England dazu.

Nach kurzer Fahrt waren wir da. Die brasilianische Seite bietet einen tollen Panoramablick auf die Wasserfälle. Auch wenn ich das Wort unglaublich fast schon überstrapaziert habe, unglaublich welche Wucht und Energie das Wasser hat. Von weiter oben kann man das Geschehen gut überblicken. Garniert wurde die Aussicht an diesem Tag mit einem Regenbogen, sozusagen als Kirsche auf der Torte. Einfach nur wunderschön. Aber auch hier sprechen die Bilder wieder einmal mehr als tausend Worte:

whaaat?

Zum Itaipu Damm mit Becky

Die anderen aus der Gruppe haben nach der üblichen Besichtigung und dem Ablaufen der Wanderpfade noch eine Bootstour gebucht, die einen so nah wie möglich an das Geschehen heranbringt. Becky und ich haben darauf verzichtet und sind stattdessen zum zweiten sightseeing Spot in Foz do Iguacu gefahren. Dem Itaipu Damm, der von Brasilien gemeinsam mit Paraguay genutzt wird. Der Damm produziert allein durch die Kraft der Natur fast 80% des jährlichen Stromverbrauchs von Paraguay. Brasilien liefert er immerhin 20% des Stroms per annum.

DER Hosteltag

Der nächste Tag war Entspannung pur! Ehrlich gesagt habe ich das Hostel nicht verlassen. 😉 Essen, schlafen und Filme schauen waren die einzigen Punkte auf der Agenda. Hin und wieder brauche ich einfach solche Tage an denen man einfach nichts tut und dem üblichen Hostel- und Reiseerlebnissen aus dem Weg geht…

Rüber nach Argentinien

Mit vollen Akkus sollte es tags darauf weiter gehen nach Argentinien. Da die Grenze nur einen Steinwurf entfernt ist, sollte das Ganze nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen. Zusammen mit Becky nahm ich den Bus zum Grenzübergang. Auf der brasilianischen Seite ließen wir unseren Pass stempeln und warteten auf den nächsten Bus der uns nach Puerto Iguazu bringen sollte. Die typischen lateinamerikanischen 5 Minuten dehnten sich mal wieder um einiges aus. Fast 2 Stunden später kam dann endlich der nächste Bus und wir konnten in unserem Hostel einchecken.

Ankunft in Puerto Iguazu

Meine Unterkunft war das genaue Gegenteil zur brasilianischen Seite. Leicht heruntergekommen, dreckig, mit Schimmel in den Bädern. Immerhin war es sehr billig (6,80€/Nacht) und die Atmosphäre war sehr entspannt. Der Hotelbesitzer war wirklich ein super netter Zeitgenosse, aber nicht wirklich motiviert, um es vorsichtig auszudrücken. Am ersten Abend wollte ich eigentlich schon ins Bett gehen, traf dann aber auf Maxi und Fabian aus München. Zusammen mit ein paar anderen Hotelmitbewohnern saßen wir noch ein wenig am Pool, bis es für mich endgültig an der Zeit war schlafen zu gehen.

Ein unglaubliches Naturwunder – die argentinische Seite der Fälle

Schließlich stand am nächsten Morgen der Besuch der argentinischen Seite der Iguazu Fälle an. Ich traf mich mit Becky und zwei Mädels aus der Schweiz an der Bushaltestelle. Zusammen nahmen wir den Bus zum Iguazu Park. Auf dem Parkgelände gibt es 3 verschiedene Pfade. Den unteren und den oberen Pfad, sowie den Weg zum Highlight des Parks, dem „Teufelsschlund“. In genau dieser Reihenfolge liefen wir dann auch das Gelände ab. Ein ganz anderes Erlebnis als auf der anderen Seite. Während man in Brasilien einen tollen Überblick erhält, kommt man in Argentinien viel näher an die Fälle heran und fühlt sich dadurch noch mehr mit der Natur verbunden.

Zum „Teufelsschlund“ fuhren wir mit der kostenlosen Bahn. Oben angekommen erhält man einen überwältigenden Blick. Das viele Wasser, das mit einer unbeschreiblichen Kraft hinunter strömt erzeugt solche Verwirbelungen, das man keine Chance hat den Grund der Fälle zu sehen. Natürlich wird man dabei auch wieder ziemlich nass. Die Wasserverwirbelungen lassen alles so hell und weiß erscheinen, dass ein vernünftiges Foto schier unmöglich ist.

Insgesamt fand ich die Wasserfälle auf argentinischem Boden noch beeindruckender. Einfach weil man hier viel mehr in die herrliche Naturwelt eintauchen kann. Zum Teil steht tauchen hier im wörtlichen Sinn. Gut das ich eine Badehose an hatte. 😉 Zu diesem Urteil kamen eigentlich alle mit denen ich über die Iguazu Fälle gesprochen habe. Will man daher das Naturwunder von beiden Seiten aus besuchen, sollte man definitiv zuerst nach Brasilien, sich einen tollen Überblick verschaffen und danach auf der argentinischen Seite ganz in die Wasser- und Naturwelt eintauchen.

Auf beiden Seiten kann man nicht nur die Wasserfälle bewundern, sondern sieht überall eine Vielfalt an Tieren frei herumlaufen. Aber Vorsicht beim Essen, die Nasenbären lauern überall darauf sich auf die Leckereien der Touristen zu stürzen. Auch wenn sie so süß und kuschlig wirken, mit ihren Krallen und spitzen Zähnen ist nicht zu spaßen.

Dreiländereck Paraguay-Brasilien-Argentinien

Nach dem Besuch der Wasserfälle quälten Becky und ich uns noch zur Aussichtsplattform auf das Dreiländereck in Puerto Iguazu. Der 2km Fußmarsch dauerte bei der tropischen Hitze und der brennenden Sonne allerdings eine gefühlte Ewigkeit. Und wirklich beeindrucken war der Ausblick dann nicht. Ein Fluss und drei gleich aussehende Uferseiten. Immerhin habe ich jetzt 3 verschiedene Länder auf einem Bild.

Und schon wieder ein Tag im Bus – auf zur Hauptstadt

Dann war es mal wieder so weit. Da es in Puerto Iguazu ansonsten nicht mehr viel zu tun gibt (ok, da wäre noch ein Vogelpark und ein Haus, das komplett aus Plastikflaschen besteht) zog ich weiter in Richtung Buenos Aires. Becky und ich nahmen den Bus (mal wieder). Etwa 19 Stunden später waren wir in Argentiniens Hauptstadt…

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