Panamas Miami und Inselparadies

Unermüdlich schreite ich voran. Bis an den südlichsten Zipfel Mittelamerikas. Panama City ist die letzte Station meiner Reise durch Zentralamerika. Von hier aus geht es weiter zu den Erben Fidel Castros, in das Land der Zigarren und des Rums. Die zwei Wochen im kubanischen Mikrokosmos werden wahrscheinlich gespickt sein mit gänzlich neuen Erfahrungen. Die Uhren auf Kuba ticken einfach etwas anders. Aber für einen genauen Bericht müsst ihr euch noch etwas gedulden. Ich möchte nicht jetzt schon mit Vorurteilen und Klischees um mich werfen, sondern mir lieber mein eigenes Bild von der Karibikinsel machen.

Inselparadies San-Blas

Die knapp 15-stündige Busfahrt von San Jose nach Panama City ging doch erstaunlich zügig vorbei (nur das Warten an der Grenze zog sich wie Kaugummi. Der Schalter zur Passkontrolle machte erst um 7 Uhr auf. Problem: wir waren schon um kurz nach 6 Uhr am Grenzübergang zu Panama angekommen). 5 mittelamerikanische Minuten später ging es weiter und ich bin am Ende ziemlich müde in Panamas Hauptstadt angekommen. Dort sollte ich aber nicht lange ausharren. Am nächsten Morgen um 5Uhr wurde ich abgeholt. Von Panama City durch den Dschungel an die Pazifikküste. Von dort aus wird man von einem kleinen Boot abgeholt und auf eine der Inseln der Kuna gebracht. So heissen die Einwohner der Inseln. Insgesamt gehören 365 Inseln zu den San-Blas. Meine Insel hieß Senidup. Vielleicht 75m mal 100m groß. Man schläft hier in Strohhütten auf Sandboden. Die Mahlzeiten werden per „Muschelsound“ angekündigt (Das Familienoberhaupt bläst in eine Muschel). Einfach nur herrlich! Ich habe mich fast gefühlt wie Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel. Die zwei Nächte wurden dann auch weitestgehend wahlweise mit Strand- oder Hängemattenliegen verbracht. Wie im Paradies, vor dieser Kulisse und dem türkisen, kristallklaren Wasser.

hammock

Panama City – Casco Viejo

Zwei Tage Entspannen auf der kleinen Insel waren dann aber auch genug und ich war froh wieder in die Zivilisation nach Panama City zurückzukehren. Panamas Hauptstadt hat mich bisher am meisten Überrascht. Ohne große Vorstellungen angereist, erkennt man sofort, dass dies eine aufstrebende Stadt ist. Die Modernste, die ich in Mittelamerika gesehen habe. Der Blick auf die Skyline ist ziemlich beeindruckend. Allerdings ist es irgendwie auch eine Stadt der Gegensätze. Viele neue Bauten wechseln sich mit alten Häusern und Ruinen ab. Die Preise sind ziemlich happig, die Leute hier verdienen aber im Durchschnitt nur etwa 2,75$ die Stunde. Nichts verglichen mit den Preisen für den Lebensunterhalt. Armut und Obdachlosigkeit wechseln sich auf den Straßen zum Teil mit zur Schau gestelltem Reichtum und dicken Autos ab.

Super Samstag – Classico, Bier und Party

Der Samstag begann vielversprechend. Pünktlich zur Bundesliga um 9:30 Uhr Ortszeit wurde das erste Bierchen geköpft. So ging es dann auch weiter. Um 12:15Uhr war der Classico angesagt – Real Madrid gegen Barcelona. Die Leute hier sind wirklich verrückt nach Barca. Gefühlt jeder 2. lief an diesem Tag mit einem katalanischen Trikot durch die Gegend.

Abends bin ich dann mit meiner Hostel-Entourage in einen Club gegangen. Immer ein gutes Zeichen, wenn fast ausschließlich Locals zugegen sind. Doch auch hier zeigten sich die horenden Preise: 10$ Eintritt, Bier 4$, Rum-Cola 6$. Der Club an sich war in einer coolen Location. Die Party aber war ziemlich ungewöhnlich, zumindest für uns Europäer. Die Musikstile wechselten sich fast sekündlich ab. Von House zu Rap zu Rock. Alles kommentiert von einem aufgedrehten Typen, der immer wieder eine Haarspraydose als Feuerfackel umfunktioniert hat. Im Hintergrund war auf einer riesigen Leinwand ein Boxkampf zu sehen.

Panama City Club

Apropos – die Frauen hier sind, drücken wir uns mal diplomatisch aus, ziemlich freizügig angezogen. In Deutschland würde man sofort als Schlampe abgestempelt werden. Hierzulande scheint es aber normal, dass die Frauen, egal welcher Konfektionsgröße, nur das Nötigste bedecken. 😉

Auf nach Havanna

In den zwei Wochen auf Kuba werde ich höchstwahrscheinlich kein Internetzugang haben. Ich bin also 16 Tage lang offline! Wir hören uns dann wohl erst nach dem 8.Dezember wieder, wenn ich von Havanna über Panama City nach Lima fliege. Drückt mir die Daumen, dass bei meinem Kuba-Abenteuer alles glatt läuft!

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