Welcome to real India, bro!

Vom Weltwunder in die Hauptstadt

Weltwunder Nummer 5 war abgehakt. In Agra gab es nicht mehr viel zu tun. Nächstes Ziel war die 300km entfernte Hauptstadt. Delhi ist mit über 25Mio Einwohnern die drittgrößte Metropolregion der Welt. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Nicht umsonst taucht Delhi in den meisten Listen der dreckigsten Städte der Welt auf. Vor allem die Luftqualität wird dort bemängelt.

Ich kann mit gutem Gewissen bestätigen: Delhi ist einfach nur irre. Ich war froh ein Hostel ein wenig außerhalb des Trubels in Neu-Delhi gefunden zu haben. Dort habe ich mich die ersten Tage auch mehr oder weniger verkrochen. Erst an meinem letzten Tag habe ich mich in die Höhle des Löwen gewagt. Mit Jan aus Schweden fuhr ich mit der U-Bahn zum Fort. Entgegen der Erwartungen ist der öffentliche Verkehr im Untergrund sehr modern und komfortabel.

Ein kurzer Blick auf die Burg genügte uns, es ging weiter per Fahrrad-Rikscha in das Herz Delhis, der Altstadt. Was hier abgeht, toppt nochmal alles. Die Straßen sind komplett verstopft. Das ständige Hupen der Autos, Motorräder und Rikschas lässt einem sein eigenes Wort kaum verstehen.

Nach unserem kleinen Allstadt-Rundgang flüchteten wir zum India Gate. Das Monument zu Ehren der indischen Soldaten, erinnert ein bisschen an den Arc de Triomphe in Paris. Und dann war Schluss, genug gesehen, wir waren fertig.

Ab nach Chandigarh – Besuch bei Yogesh

Der Wecker klingelte mal wieder zu früh am nächsten Morgen. Ich musste meinen Zug nach Chandigarh erwischen. Weitere 300km nordwestlich, besuchte ich meinen Freund Yogesh. Wir hatten uns fast 11 Monate zuvor in Las Vegas kennengelernt. Wie die Zeit vergeht…

Chandigarh passt nicht in das typische Profil einer indischen Stadt, wie ich sie bisher erfahren habe. Die komplette Stadt wurde genau geplant. Das sieht man vor allem wenn man einen Blick auf die Karte wirft. Alles ist exakt in Blocks unterteilt. Mehrere Blöcke bilden dann die verschiedenen Distrikte. Chandigarh ist sehr sauber, bietet viele Grünflächen und hat vor allem nicht diesen ohrenbetäubenden Lärmfaktor.

The real India, bro!

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Yogesh und seine Kumpels Gagan und Kuljeet. Was mich in Chandigarh erwartete war sensationell und an Gastfreundschaft nicht zu überbieten! Die 3 nahmen sich sogar extra frei, um mir ihre Stadt (und natürlich auch ein wenig das Nachtleben) zeigen zu können.

Am 1.Abend feierten wir Kuljeets Geburtstag. Wir trafen uns zum Snooker spielen, bevor wir die Innenstadt hinter uns ließen und es uns bei indischem Whiskey gemütlich machten…Zurück in der Stadt endete Kuljeets Ehrentag ein wenig unrühmlich. Sein Motorrad wurde abgeschleppt und parkte auf der Polizeistation. Allerdings wollten sie das Moped nicht mehr rausrücken. Zumindest nicht gegen eine Bezahlung. Die Diskutiererei brach los. Selbst die Verbindungen der Jungs zur örtlichen Polizei waren keine Hilfe. Das ist eben auch Indien, die Bullen wollen schließlich auch ihr Stück vom Kuchen haben. 😀 So musste Kuljeet bis zum nächsten Morgen warten. Was für ein Geburtstagsgeschenk…

Zu viel Indien für meinen Körper?

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fing mein Körper an zu streiken. Ich bekam Fieber. Und so mussten wir unseren geplanten Trip in die Berge leider abblasen. Ich verbrachte den Großteil meines Tages im Bett.

Auch an meinem letzten Tag in Chandigarh sollte sich meine Verfassung nicht exorbitant bessern. Doch ich biss auf die Zähne, wollte ich doch zumindest noch ein wenig Zeit mit den Jungs verbringen und die Stadt erkunden. Wir machten einen kleinen Chandigarh-Sightseeing-Trip mit Star-Fotograf und Teilzeit-Paparazzi Yogesh Verma. 😉

Am Abend zog ich mich dann wieder unter die Decke zurück. Wir verlegten die „Party“ nach drinnen und  stießen auf unsere gemeinsame Zeit an. Mehr als ein Bier war leider nicht drin. Die Jungs zogen noch weiter, während ich in meinen kurzen Schlaf fiel. Ewig grüßt das Murmeltier, ich musste früh Morgens meinen Zug zurück nach Delhi erwischen.

Zurück in der Hauptstadt – Vorbereitungen auf Nepal

Ich blieb 2 weitere Nächte in Delhi. Zum Einen, um wieder vollends gesund zu werden. Zum Anderen musste ich noch ein paar Sachen organisieren. Vor allem natürlich meinen Flug und meine Unterkunft in Kathmandu, der nepalesischen Hauptstadt. Das Erdbeben gebeutelte Land soll Nummer 24 und letzte Station meiner Reise werden.

flight to Nepal-mountains so highGroßen Dank geht an meine Cousin Philipp. Ich hatte nämlich ein wenig Probleme meinen Flug zu buchen. Aus mir unerfindlichen Gründen wollten die verschiedenen Internetportale meine Kreditkarten nicht akzeptieren. Welcome to India! Philipp half mir dann aus der Patsche (mit seiner ganzen Erfahrung aus (fast) 30 Lebensjahren). 😉

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