Shirley’s Angels erobern Vietnam

Russen-Hochburg und Laternen-Fest

Nach den Tagen in den Bergen von Dalat und einem kurzen Intermezzo in der Russen-Hochburg Nha Trang, kam es in Hoi An zu der Wiedervereinigung der Mui Ne-Meute. Mittlerweile hatte die Gruppe sogar noch Zuwachs bekommen. Mit 12 Mann sollte es 3 Nächte später mit dem Roller nach Hue gehen. Nur James aus Südafrika musste leider direkt von Hoi An weiter nach Hanoi, da er dort einen Job als Englischlehrer antreten musste. Aber dazu später mehr…

Hoi An war vor allem architektonisch eine Perle Vietnams. Die Häuser der Altstadt sind vielerorts im französischen Kolonialstil gehalten, dazwischen findet man aber auch immer wieder hunderte Jahre alte Gebäude, was der Innenstadt einen besonderen Flair bringt. Ganz besonders zum Laternenfest, das zufälligerweise an diesem Wochenende stattfand. Der Fluss erstrahlt mit unzähligen Papier-Laternen die auf dem Wasser treiben. Wir konnten sogar eine kleine Bootsfahrt im nächtlichen Lichtermeer machen und unsere eigenen Laternen auf das Flusswasser setzten.

Ansonsten genoss ich hauptsächlich den Strand und den Pool im Sunflower Hostel. Praktischerweise waren Hoi Ans Bars nur einen Steinwurf entfernt, sodass die Abende mit unserer bunt gemischten Truppe mindestens so unterhaltsam waren, wie die entspannten Tage.

In einer kleinen Bar, unweit unseres Hostels, nahmen wir an einem Pub Quiz teil, das Skurriles offenbarte. So tragen in Vietnam, Kinder bis zum 8. Lebensjahr keinen Helm auf dem Roller. Die Begründung: ein Helm würde den Wachstum des Kindes beeinträchtigen und es darüber hinaus auch noch dumm werden lassen. Unglaublich wie manche Mythen, gerade in ungebildeteren Gegenden die Wirklichkeit verklären. Als i-Tüpfelchen durfte konnte man auch noch die „Nationalspeise“ probieren. Einen toten Fötus, direkt aus dem Ei.

Shirley’s Angels on Tour

Wir entschlossen uns den Weg zum nächsten Ort mit dem Roller anzutreten. Für mich eine ganz neue Erfahrung, habe ich doch noch nie selbst Vietnams beliebtestes Fortbewegungsmittel gesteuert. Diejenigen von uns, die kein eigenes Motorbike hatten, mieteten sich einen Flitzer. Praktischerweise konnten wir nach Hue fahren und die Bikes dort abgeben. Sogar unsere großen Rucksäcke wurden separat transportiert. Und das alles für relativ kleines Geld. Shirley’s Angel, wie wir unsere Bikergruppe nannten, konnten also loslegen.

Die Tour dauerte den kompletten Tag, inklusive diverser Zwischenstopps und einem Halt bei natürlichen Pools in den Bergen. Gelohnt hatte sich das auf jeden Fall. Die Landschaft war einfach nur herrlich und ich genoss den Fahrtwind bei atemberaubenden Ausblicken. Am Abend erreichten wir dann endlich Hue. In unserem Hostel war Ladies Night…

Obwohl wir alle ziemlich müde waren, schleppten wir uns doch auf die Party und was soll ich sagen, heraus kam eine der denkwürdigsten Nächte in Vietnam. Wir tanzten im strömenden Regen zu „It’s raining man“. Es war einfach legen.. warte es kommt gleich, DÄR 😀

Der Mythos von Hue

Den nächsten Tag verbrachten wir wieder auf dem Bike. Wir machten eine Tour mit Shane, unserem amerikanischen Guide. Dieses Mal saß ich allerdings nicht selbst am Steuer, sondern nahm auf Michaels Bike Platz. Die Tour war super interessant. Wir fuhren in die Arena, in der früher Tiger gegen Elefanten kämpften, wobei man den Tigern die Krallen entfernte, damit die heiligen Elefanten gewinnen konnten. Mein persönliches Highlight war der stillgelegte Wasserpark am Rande der Stadt, quasi mitten im Dschungel. Es ranken sich viele Mythen um den Vergnügungspark. Einige sagen, er wäre nie eröffnet worden, die Vietnamesen halten den Ort für verflucht. Im Hauptbecken ist immer noch die teure Wasserfontänenanlage eingebaut. Mittlerweile nutzen manche sogar die Fläche, um dort Gemüse anzubauen. Der Ort hatte auf jeden Fall etwas Unheimliches. Es gab u.a. einen Raum mit einem Flugsimulator, völlig surreal in dieser Dschungellandschaft.

Die Höhlen von Phong Nha

Micheal, Andreas, Clemente und William aus Dänemark fuhren mit ihren eigenen Bikes weiter. Nick aus Australien und Simone, ebenfalls von unseren nördlichen Nachbarn, reisten bereits Tags zuvor ab. Anneliese und Thomas aus Holland entschieden sich für einen anderen Ort. So blieb ich mit Eva, Carmen (Holland) und Daniella (Schweiz) übrig. Wir nahmen einen Bus nach Phong Nah, wo wir bis auf Nick und Simone alle wieder trafen.

Im kleinen Örtchen Phong Nha gibt es nur ein Hostel und ein paar Hotels. Da das Easy Tiger Hostel bereits ausgebucht war, kamen wir direkt daneben unter. Ein wahrer Glücksfall, für 3€ die Nacht bekamen wir ein privates Zimmer mit einem super Bad und konnten trotzdem alle Annehmlichkeiten des benachbarten Hostels nutzen.

Der Grund warum man nach Phong Nha kommt, sind die anliegenden Höhlen. So mieteten wir uns wieder einen Roller und fuhren zur 1. Höhle, der Paradise Cave. Eine riesige unterirdische Welt offenbarte sich uns. Schön kühl, im Gegensatz zur tropischen Hitze draußen. Auf dem Rückweg stoppten wir bei der Dark Cave, wo man einiges an Action zu bieten bekommt. Zunächst eine kurze Zip-Line-Strecke über den Fluss, dann läuft man in die stockdunkle und matschige Höhle und fährt am Ende mit dem Kayak wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Am Abend nahmen wir dann alle den Nachtbus. Auch die Motorbike Besitzer legten die Strecke nach Hanoi dieses Mal auf 4 Rädern zurück. Dort trafen wir auch Simone, Nick, Anneliese und Thomas wieder, Shirley’s Angels waren komplett.

Mit der kompletten Truppe ging es gemeinsam für 2 Nächte nach Ha Long Bay, wo ein wahrer Partymarathon auf uns wartete…

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