Good Morning Vietnam

Ankunft in Ho-Chi-Minh-Stadt

Gen Osten setzte ich meine Reise von Kambodscha nach Vietnam fort. Mit meinem 4-Wochen-Visa im Pass, hieß meine erste Anlaufstelle Ho-Chi-Minh-Stadt, vielen besser bekannt als Saigon. Auch hier erfuhr ich zunächst, wie schon zuvor in Kambodscha, von der grausamen Vergangenheit dieser vom Krieg gebeutelten Nation. Ich besuchte den Unabhängigkeitspalast und das Kriegsmuseum, in dem (natürlich aus stark subjektiver Sicht) die Verbrechen der USA während des Vietnamkrieges visualisiert werden.

Chu-Chi-Tunnel

Tags darauf besuchte ich die Chu-Chi-Tunnel, außerhalb Saigons, womit die Reise in die vietnamesische (Kriegs-) Vergangenheit abgeschlossen wurde. In diesem 3-stöckigen Tunnelsystem versteckte sich der Vietcong jahrelang vor der US-Armee. Unglaublich wie die Vietnamesen in den ultraengen und stockdunklen Tunnel über so einen Zeitraum leben konnten.

Gegen die US-Angriffe wussten sie sich besonders clever und tödlich zu verteidigen. Eindringlinge wurden am Geruch erkannt. Die Vietcong selber trugen Sandalen aus alten Autoreifen, die relativ geruchlos waren, im Gegensatz zu den Lederstiefeln der US-Soldaten. Zusätzlich trugen sie ihre Schuhe „falsch herum“, wodurch der Feind beim Lesen der Fußspuren auf die falsche Fährte gelockt wurde. Einfach aber genial. Um das Tunnel-Areal versteckten sie außerdem kaum sichtbare Bodenfallen, von denen es kein Entrinnen mehr gab. Die Holz- und Metallspitzen wurden zusätzlich in ein Giftgemisch getränkt. 100% tödlich.

Ein kurzes Tunnelstück ist für Touristen zugänglich (und etwas breiter) gemacht worden. Ich wagte eine Versuch mich in dem engen Gang zu bewegen. Kurz vor Ende musste ich allerdings Aufgeben, es war einfach zu eng geworden und ich blieb fast stecken.

Nächster Halt: Mui Ne

2 Tage Vietnamkrieg waren dann aber auch genug. In Mui Ne war Kontrastprogramm angesagt. Mein Hostel hatte einen überragenden Pool und eine tolle, familiäre Atmosphäre. Hier traf ich auf einen ganzen Haufen neuer Freunde, mit denen ich die kommende Vietnam-Zeit verbringen sollte.

Die Touri-Attraktion in Mui Ne sind die weißen und roten Sanddünen. Zuvor war aber Party angesagt. Schließlich stand mein Geburtstag vor der Tür. Wir stießen in der Pool-Bar unseres Hostels auf mein letztes Jahr in den 20ern an (keine Sorge: wie ich gehört habe, sind die 30er die neuen 20er 😉 ). Ich bekam sogar eine „Geburtstags-Melonen-Torte“ und den typischen Vietnamesenhut, auf dem Geburtstagswünsche geschrieben wurden. Nach Mitternacht zogen wir dann weiter in einen Strand-Club und feierten dort noch ein wenig (oder manche auch ein wenig mehr). Nochmals vielen Dank an alle, die meinen Geburtstag so weit weg von zuhause so unvergesslich gemacht haben!!!

Sanddünen am Geburtstagstag

An meinem Geburtstag nahm ich zusammen mit Alessia an der Sanddünentour teil. Immer noch etwas kaputt, ich wurde schließlich nicht jünger, machten wir uns auf den Weg. Die weißen Dünen waren ziemlich beeindruckend. Wir mieteten uns ein Quad für 30min und heizten durch die Wüstenlandschaft. Die Tour endete zum Sonnenuntergang bei den roten Sanddünen, was allerdings weniger spektakulär ausfiel. Der Himmel war einfach zu bedeckt.

In den Bergen von Dalat

Von der Küste Mui Nes setzte ich meine Reise fort in die Höhe von Dalat. Besonders angenehm waren die etwas kühleren Temperaturen dort. Mein Homestay/Hostel bot eine gemütliche Atmosphäre. Gemeinsam mit Alessia, Dom, Danny und Kelly blieb ich 3 Nächte. Getrübt wurde mein Aufenthalt leider von einem erneuten Bettwanzenbefall (mein 2. nach Costa Rica). Die Teufelsviecher jucken einfach wie die Hölle.

Dallas Landschaft auf dem Motorrad – Easy Rider-Tour

Mit unserem Tour Guide „Jackie Chan“ erkundeten Alessia und ich die malerische Umgebung Dalats. Ich nahm auf seinem Motorrad platz, während Alessia sich ihren eigenen Roller mietete. Es stand eine Menge auf dem Programm. Wir sahen u.a. in einem buddhistischen Tempel den riesigen silbernen Buddha, den Elefanten-Wasserfall, konnten in einer Seidenfabrik in der Produktion über die Schulter blicken und erfuhren mehr über ein vietnamesischen Stamm, der in dieser Gegend beheimatet ist. Meine Highlights waren zum einen die Reisweinfabrik. Der hochprozentige Schnapps wird teilweise mit Schlangen, Spinnen, Vögeln und jede Menge anderem Zeug eingelegt. Dabei bekommt er eine ziemlich unappetitlich aussehende gelbe Färbung. Die Vietnamesen glauben, das Gesöff steigere die sexuellen Qualitäten des Mannes. 😀

Highlight Nummer 2 war der Wiesel-Kaffee, eine vietnamesische Delikatesse. Die Kaffeebohnen werden von den Wieseln gegessen und nach dem Ausscheiden zu diesem besonderen Kaffee verarbeitet. Im wahrsten Sinne des Wortes also ein „Scheiss-Kaffee“. Wie man auf diese Idee überhaupt kommen kann ist mir schleierhaft. Sei’s drum, er war jedenfalls sehr lecker. In Europa bezahlt man dafür ein kleines Vermögen… Die Wiesel haben im Übrigen gar kein so schlechtes Leben. Den ganzen Tag nichts anderes tun als schlafen, liebe machen (zwecks Fortpflanzung) und scheissen.

Am Abend ließen Alessia, Dom, Danny, Kelly und ich den Tag in einer Bar ausklingen. So etwas habe ich allerdings noch nie gesehen. Die Bar erstreckte sich in einer Art Höhlen-Labyrinth-System über mehrere Stockwerke. Ich frage mich wieviele Besucher sich hier schon verirrt haben.

Ich fand zum Glück wieder hinaus und so konnte das Abenteuer Vietnam weitergehen…

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