Die Lust am Reisen

Bevor ich von meinen 1.Schritten auf asiatischen Boden berichte, möchte ich ein kurzes Zwischenfazit ziehen. Zweidrittel meiner Reise um die Welt liegen bereits hinter mir. Über Island und den USA habe ich Zentral- und Südamerika erkundet, einen Abstecher in die Karibik, auf das faszinierende Kuba gemacht, bin durch das atemberaubende Südafrika gezogen, in das ich mich sofort verliebt habe. Dann ging es weiter nach Down Under, einen Monat den „no worries-Lifestyle“ genießen, bevor ich schließlich auf dem finalen Kontinent gelandet bin, auf dem ich das letzte Drittel meines Abenteuers verbringen möchte.

Mittlerweile bin ich in Kambodscha und schon ein wenig in die völlig neue, asiatische Welt eingetaucht. Und genau daraus besteht die Freude am Reisen. Neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Aus den neuen Eindrücken und Erfahrung zu wachsen und nicht zu letzt Grenzen zu überwinden. Jaja, ich kenne das Gerede „Ich bin ein völlig neuer Mensch“. Das möchte ich gar nicht sein und das bin ich auch nicht. Aber die Kraft und das Vertrauen in den Lauf der Dinge und vor allem in sich selbst, empfinde ich als wundervolles Geschenk, das ich auf meiner Reise empfangen durfte. Der Postkartenspruch: „Eine Reise um die Welt, ist auch eine Reise zu sich selbst.“, trifft es am Ende doch ganz gut. Mein kurzes Zwischenfazit möchte ich daher auch mit 2 weiteren Zitaten abschließen, die meine bisherigen Erfahrungen perfekt wiedergeben:

„Es gibt nur einen Grund. Es ist derselbe, der uns alle daran hindert, die Dinge zu tun, die wir tun sollten – Angst. Angst vor dem Unbekannten. Vor der Erfahrung. Vor der Erkenntnis. Wenn wir unserer Abenteuerlust nachgeben, verändern wir alles, unsere ganze Existenz.“

„Es kommt ein Punkt an dem du weisst, ohne Zweifel, ohne zu zögern, dass du nicht in dein altes Leben zurückkehren kannst. Du kannst nicht der sein, der du einst warst, denn du hast ein neues Leben mit neuen Reichtümern.“

Genug des Philosophierens, zurück zum aktuellen Geschehen. Asiatime!!!

Singapur is calling

Ein weiterer Fall von „am Ende wird alles Gut“ später, saß ich dann doch noch pünktlich in meinem Flieger von Melbourne nach Singapur. Oder wie Sam meint: „It’s all divine timing my man.“ Der Stadt-Staat, umzingelt von Malaysia, war der Startpunkt meiner Asien Reise. Zum einen war der Flug über den beliebten Transitflughafen günstiger als ein Direktflug Australien-Kambodscha. Zum  anderen bietet Singapur einen perfekten Einstieg in das asiatische Treiben. Da wäre auf der einen Seite Little India und vor allem Chinatown (75% der Einwohner Singapurs sind Chinesisch), mit ihren teils hektisch wirkenden Märkten. Auf der anderen Seite ist Singapur aber auch sehr modern und aufgeräumt. Es gibt unendlich viele Einkaufsmöglichkeiten. An jeder Ecke steht ein Einkaufszentrum. Das Wahrzeichen der Stadt ist das berühmte Marina Bay Sands Hotel, das jeder wegen seines Infiniti Pools auf dem Dach kennt. Den „Wasserratten“ offenbart sich ein toller Blick auf Singapurs Skyline. Da ich leider kein Hotelgast war, konnte ich auch nicht in den Pool springen. Stattdessen musste ich mich mit der Aussichtsplattform begnügen…

Die imposante Hochhausansammlung beeindruckte mich vor allem Nachts. Ich schaute mir die täglich stattfindende  Lichtershow mit Blick auf das Hotel an und konnte das Lichtermeer der Wolkenkratzer bestaunen. Man kann hier sogar ein paar Meter über die Formel 1- Rennstrecke laufen.

Die 2 Nächte im Stadt-Staat boten schon einen kleinen Einblick in die neue Kultur, allerdings vor sehr westlich wirkender Atmosphäre. Ich wurde also langsam an das asiatische Leben herangeführt. Eine erste Kostprobe von den klimatischen Bedingungen lieferte Singapur gleich mit. Es war drückend heiß und schwül. Ein einziger Schweisstropfen…

Im Land von Lara Croft

In Kambodscha sollte ich dann vollends in das südostasiatische Leben eintauchen. Am Flughafen von Siem Reap bekam ich beim Aussteigen schon einen kleinen Hitzschlag. Eine unglaublich drückende Wärme erwartete mich. Wie ich später erfahren sollte, die größte Hitzewelle seit 27 Jahren. Ich war froh in das kleine aber feine klimatisierte Flughafengebäude zu kommen. Dort schnell den Visum-bei-Ankunft-Wisch ausgefüllt und die fälligen 30$ gezahlt und schon war ich aus dem Mini-Flughafen wieder draußen. Da der Abholservice meiner Unterkunft nicht erscheinen wollte, nahm ich kurzerhand die Dienste eines Rollerfahrers in Anspruch. Ohne mit der Wimper zu zucken klemmte er meinen 14kg schweren Rucksack zwischen die Beine, ich mit meinen über 90kg hinten drauf und die wilde Fahrt ging los.

Der Motorroller, das wichtigste Gefährt in Südostasien. Einfach alles und jeder kann auf den kleinen Zweirädern transportiert werden. Die Straßen sind vollgestopft mit Roller- und Tuk Tuk-Lawinen. An jeder Ecke warten die Tuk Tuk-Fahrer auf Kundschaft (Tuk Tuks sind die Rollenvariante mit einem einachsigen Anhänger, in dem die Kunden transportiert werden).

In meiner Bleibe angekommen, war die Klimaanlage in meinem Dorm ein Gottesgeschenk. Schnell machte ich Bekanntschaft mit Svenja aus Berlin. Wir gingen, zusammen mit 2 verrückten Amerikanern, zu einem der vielen Street-Food-Restaurants. Hier bekommt man einen Teller mit gebratenen Reis/Nudeln, Gemüse und Fleisch für etwas mehr als 1€. Anschließend schlenderten wir noch ein wenig über den Night Markt, bevor wir uns von den Amis verabschiedeten und in unserem Hostel noch 1-2 Kaltgetränke gönnten. Nur zur Erfrischung versteht sich. Dann war aber doch Schlafenszeit und ich ließ mich erschöpft in mein riesiges Bett, in unserem herrlich klimatisierten Zimmer, fallen.

Am nächsten Tag standen die berühmten Tempel von Angkor auf dem Programm. Nach langem hin und her Überlegen, entschloss ich mich an diesem Tag die große Tour samt Sonnenuntergang zu machen, d.h. zuerst die kleineren Tempel zu besuchen und dann am Ende den großen Angkor Thom. Im Nachhinein ein Fehler, gerade bei der unerträglichen Hitze. Mein Tuk Tuk-Fahrer holte mich um 11:30Uhr ab, wir fuhren am Ticketbüro vorbei, wo ich mir mein Tageseintrittskarte für 20$ besorgte, um dann mit den Tempeln von Angkor loszulegen. Um es vorweg zu nehmen. Es war mein einziger Ausflug nach Angkor. Den geplanten 2.Tag mit Sonnenaufgang beim berühmtesten Tempel Angkor Wat, habe ich gecancelt. So gern ich das auch erlebt hätte, so unmenschlich war die Hitze am 1. Tag, dass ich mir das einfach kein 2. Mal antuen wollte. Nicht einmal die Hoffnung Angelina über den Weg zu laufen konnte mich umstimmen. Sehr schade und im Nachhinein hätte ich den Sonnenaufgang am 1.Tag machen sollen. In den frühen Morgenstunden ist es einfach auch noch nicht so heiss…Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer…

Trotzdem waren die Tempel natürlich sehr beeindruckend. Gerade für mich war es mega interessant den Vergleich zu den Maya-Pyramiden und -Tempel in Mexiko und Guatemala, sowie der Inka-Stätte Machu Picchu ziehen zu können. Faszinierend, dass trotz der so unterschiedlichen Regionen und Kulturstämme, die Ähnlichkeiten in der Bauweise so eklatant sind.

Dänische Champions League

Nach der dringend benötigten kalten Dusche und reichlich Erholung, gingen Svenja und ich erneut Essen. Sie fuhr noch in der Nacht weiter nach Bangkok. Trotzdem konnte ich sie noch zu ein paar kambodschanischen Gerstenwasser in der Pub Street überreden. Im Angkor What? setzten wir uns zu einer lustigen Gruppe an den Tisch und genossen das bunte Treiben bei Nacht. Ich musste bis 2Uhr durchhalten, um das Champions League Halbfinale Atletico gegen Bayern zu sehen. Bevor ich mich in eine Bar begab, die das Spiel zeigten, machte ich noch einen kurzen Abstecher zurück zu meinem Hostel. Dort traf ich auf 2 Dänen, die sich mir kurzerhand anschlossen. In der Kneipe angekommen, den 3l Tower Bier bestellt, kam plötzlich ein ganzes Rudel weiterer Dänen dazu. Zum Schluss saß ich mit über einem Dutzend unserer nördlichsten Nachbarn in einer Bar in Kambodscha, um mir bis 4Uhr morgens die Bayern-Niederlage anzuschauen. Wenigstens die Dänen und ich hatten unseren Spaß…

Nachtbus nach Sihanoukville

nightbusWährend ich mich tagsüber fast ausschließlich auf der Couch erholte (es war einfach zu heiss um sich zu bewegen), nahm ich am Abend den Bus nach Sihanoukville, wo ich am frühen Morgen ankommen sollte. Ich machte es mir also in meinem schmalen und viel zu kurzem Bett „bequem“. Viel Schlaf habe ich nicht bekommen, als wir endlich am Ziel ankamen. Von dort aus ging es direkt weiter mit der Fähre auf die Insel Koh Rong, wo 3 turbulente Tage auf mich warteten…

Partyinsel Koh Rong

Auf der Sonneninsel angekommen, nahm ich mir sofort den 1.Dorm. Viel zu heiss um groß rumzusuchen. Außerdem hatte ich dort eine Klimaanlage, die Gold wert war. Am Abend wollte ich am Pub Crawl teilnehmen. Immer eine gute Gelegenheit coole Leute kennenzulernen. Bereits beim Abendessen stieß ich auf eine australisch-britische Gruppe, die gemeinsam in Malaysia studieren und das verlängerte Wochenende ausnutzen wollten. Mit ihnen sollte ich quasi meine komplette Koh-Rong-Zeit verbringen. Wir gingen dann auch zusammen zum Pub Crawl, der spät Nachts im Badewannenwasser-Meer zu Ende ging, bevor ich zufrieden und glücklich in meinem klimatisierten Zimmer einschlummern konnte.

(Leicht) verkatert traf ich die Jungs und Mädels am nächsten Mittag wieder. Wir wanderten ein kurzes Stück durch den Dschungel, zu einem wunderschönen, etwas abgelegenen Strand und ließen es uns gut gehen. Da das Wasser, wie gesagt, keine wirkliche Erfrischung bot, musste das kambodschanische Klang-Bier für Abkühlung sorgen.

Die Samstagsparty fand am Police-Beach statt. Dieses Mal mussten wir in die andere Richtung durch den Dschungel wandern, um an den Party-Strand zu gelangen. Der Vortag hatte allerdings seine Spuren hinterlassen und so trat ich relativ früh wieder den Heimweg an.

Tag 3 sollte etwas gemütlicher ausfallen. Das Highlight war unser abendlicher Bootsausflug. Wir fuhren aufs offene Meer hinaus und schnorchelten im Dunkeln. Im Dunkeln? Nicht ganz. Uns offenbarte sich ein wahres Naturschauspiel. Bei jeder Bewegung leuchtet das Wasser auf, verursacht durch das Plankton. Eine chemische Reaktion um Feinde abzuwehren. Ein Spektakel, das man nicht beschreiben kann, man muss es mit eigenen Augen sehen! Einfach sensationell!

Die Insel zum entspannen – Koh Rong Samloem

Ich nahm die Fähre zur Nachbarinsel Koh Rong Samloem. Als ich den Bootssteg verließ, präsentierte sich mir ein unglaubliches Paradis. Weißer Sandstrand soweit das Auge reicht vor kristallklarem Ozean und traumhafter Inselkulisse. Der perfekte Ort um sich von der Party-Insel zu erholen.

Ich blieb 3 Nächte und stieg im GreenBlue Resort ab. Dabei teilte ich mir eine Hütte mit den Angestellten. Ich hatte den perfekten Spot erwischt. Einfach mal faulenzen und die Seele baumeln lassen. Wenn nicht hier, wo sonst:

Ich glaube nach diesen Bildern bedarf es keiner weiteren Worte…

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