Wunderbares Südafrika

Es ist mal wieder Zeit den Kontinent zu wechseln. Die etwas mehr als 4 Wochen in Südafrika vergingen wie im Flug. Ich liebe dieses Land und seine Menschen. Ein absolutes MUSS für jeden Nomaden! So schön, dass ich viel zu beschäftigt war meine Zeit dort zu genießen und dabei meinen Blog etwas vernachlässigt habe. Mittlerweile bin ich in Sydney gelandet. Nach über 9 Stunden Flug von Kapstadt nach Dubai und weitere 13 Stunden nach Down Under…

Port Elizabeth

Aber zurück in den Süden Afrikas. Von Coffee Bay ging es zunächst 3 Nächte nach Port Elizabeth. Dort war mal wieder vor allem Entspannung und Fußball schauen angesagt. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, dem örtlichen Kasino einen Besuch abzustatten. Sehr viel mehr gab es in der Stadt allerdings nicht zu tun. Ach ja, in Coffee Bay ist mir am Ende noch ein kleines Malheur passiert. Aus Gründen, die ich hier nicht näher erläutern möchte, ist mir bei dem Versuch aus einem Plastikbecher zu trinken, ohne die Hände dabei zu benutzen, meine Brücke kaputt gegangen. Leider verlief mein Besuch beim Zahnarzt in Port Elizabeth ergebnislos, es waren schlicht keine Termine mehr frei.

Goodbye Surfing

Mit den kaputten Beisserchen reiste ich weiter nach Jeffreys Bay, in der Hoffnung dort einen Zahnarzt zu finden. In dem kleinen Surferörtchen genoss ich aber erst einmal die Shoppingmöglichkeiten. Da kam es mir wie gelegen, dass ich neue Flipflops und eine Badehose brauchte. In J-Bay sind Outlets aller bekannter Surfermarken wie Billabong oder Ripcurl beheimatet. Die 50% Rabatt im Ripcurl-Laden habe ich dann auch gleich ausgenutzt, auch wenn ich meinem Shopping-Fieber nicht zu sehr frönen konnte. In meinem Rucksack ist schließlich nicht endlos Platz. Am Ende habe ich mir neue Flip Flops, eine Badehose, Sonnenbrille (die ich in Jeffreys Bay gleich wieder verloren habe) und Mütze gegönnt.

Ich hatte eine wirklich tolle Zeit während meines 3-Nächte-Aufenthalts in diesem relaxten Surfer Hot Spot, auch wenn ich hier meine Surferkarriere, mangels Talent, endgültig an den Nagel gehängt habe. Der deutsche Backpacker-Trend hat sich übrigens auch hier fortgesetzt. Ich würde behaupten mit 90% meiner Hostelmitbewohner konnte ich mich in meiner Muttersprache unterhalten. Und sogar beim Zahnarzt wurde deutsch gesprochen. Nachdem ich meine Brücke endgültig verloren hatte und mit einem schwarzen Zahn herumlaufen musste, gab mir die Sekretärin des örtlichen Zahnarzt umgehend einen Termin. Sie war vor 40 Jahren aus Deutschland ausgewandert und erkannte meinen deutschen Akzent sofort. Im Handumdrehen hatte ich mein strahlend weißes Zahnpastalächeln wieder. 😀

Ein Highlight meiner Reise: Plettenberg Bay

Von J-Bay fuhr ich weiter in das nächste Küstenstädtchen. In Plettenberg Bay kam ich im African Array Hostel unter. Ein wenig weg vom Schuss gelegen, dafür mit einer atemberaubenden Aussicht. Ich muss wirklich sagen, eines der besten Hostels in denen ich bisher abgestiegen bin. Diesen Ort kann ich jedem, der einen Südafrikatrip plant, nur wärmstens ans Herz legen. Die Atmosphäre dort war so herzlich und familiär, dass ich am liebsten gar nicht mehr weggegangen wäre. Am Ende blieb ich statt der geplanten 2 Nächte,  ganze 4. Von hier aus fuhr ich auch die gut 40km zur Bloukrans Brücke. Bungytime!!! Der weltweit höchste Bungyjump von einer Brücke. Der älteste Springer war übrigens satte 97 Jahre alt. Es ist also niemals zu spät. 😉

Video: Mein Bungyjump

Plettenberg hat außer traumhaften Sonnenuntergängen und Bungyspringen noch mehr zu bieten. Das Robberg Nature Reserve schreit geradezu nach einer Wandertour. Hier hat man einen tollen Blick auf den Ozean und die Küste, an der man jede Menge Robben beobachten kann.

Eigentlich sollte nach Plettenberg noch Wilderness und Mossel Bay, auf meinem Weg nach Kapstadt, folgen. Auf Grund meines längeren Aufenthalts in Plett Bay, ließ ich letzteres aus. Immerhin, für mein Reisebudget war das ein Segen, war dort doch ein Flirt mit dem weißen Hai (etwa 100€) fest eingeplant. Ich entschied mich also für Wilderness, als letzte Etappe vor Kapstadt.

Am Strand von Wilderness

Dort  kam ich für 2 Nächte im Beach House unter, das wie der Name schon sagt, direkt am Strand gelegen ist. Mit einer Gruppe vom Hostel machten wir einen kleinen Ausflug zum örtlichen Fluss, den wir mit gemieteten Kajaks abfuhren, um dann weiter zu einem kleinen Wasserfall zu wandern. Leider habe ich davon keine Bilder. Kamera vergessen… Sehr viel mehr gibt es von Wilderness nicht zu berichten. Ein Mini-Örtchen mit wunderschöner Strandkulisse. Dank der Glasfront in meinem Zimmer, küsste mich die vom Meer aufgehende Sonne jeden Morgen langsam wach. So lässt sich ein Tag beginnen.

Kapstadt

Zum Ende meines Südafrika-Aufenthalts verbrachte ich noch eine Woche in Kapstadt. Zusammen mit Rosa und Anne aus Holland fuhr ich mit dem Baz Bus in die schillerndste Metropole des Landes. Wir kamen in der Nähe der berühmten Long Street unter. Dort wimmelt es von Bars und Klubs und man kann auch Nachts relativ sicher durch die Straßen schlendern. Die letzten 3 Nächte zog ich in ein anderes Hostel in Greenpoint, gegenüber des, zur Fußball Weltmeisterschaft 2010 errichteten, Stadiums.

Die Woche in Kapstadt war irgendwie alles in einem: turbulent, ereignisreich, manchmal hektisch, manchmal relaxt, anstrengend, entspannend und am Ende: unvergesslich!

Aber der Reihe nach. Am ersten Abend machte ich mit Rosa und Anne gleich mal die Long Street unsicher, nachdem wir in unseren 4er Dorm eingecheckt hatten. Unser Mitbewohner studiert in Kapstadt und wohnte bereits ein paar Wochen im Hostel. Er machte einen durchaus netten 1. Eindruck. Von den „Unannehmlichkeiten“ die er später noch verursachen sollte konnten wir zu diesem Zeitpunkt jedenfalls noch nichts erahnen…

Am folgenden Tag holten wir dann Annes und Rosas Mietwagen ab, den die beiden für ihre Woche in Kapstadt gemietet hatten. „Stewie“, wie wir den silbernen Hyundai, der nicht viel größer als eine Konservendose war, liebevoll nannten, sollte auch noch zum Problem werden. Aber dazu später mehr…

Unserem fahrbaren Untersatz nutzen wir direkt aus, um uns am Strand, mit Blick auf den Tafelberg, ein wenig zu entspannen. Den Sonnenuntergang genossen wir dann bei italienischem Essen, Wein und Blick auf den Ozean. Zurück zum Hostel „durfte“ ich dann ans Steuer. Den beiden Mädels blieben so einige Angstschreie in der Kehle stecken. Immer wieder mussten sie mich daran erinnern, dass in Südafrika auf der linken Straßenseite gefahren wird. Natürlich bin ich auch in das klassische Scheibenwischer-statt-Blinker-Fettnäpfchen getreten, ganz zu schweigen von meinen vergeblichen Versuchen mit der rechten Hand an der Fahrertür die Schaltung zu finden. 😀

Der verhinderte Ausflug 

In Kapstadt traf ich auch meinen Bruhh wieder (Bruhh sagen sie hier anstatt bro oder brother). Miranda aus Holland hatte ich bereits in meinem ersten Baz Bus von Johannesburg nach Durban und dann wieder in meinem Hostel in Coffee Bay getroffen. Gemeinsam wollten wir mit Rosa, Anne ans Kap der guten Hoffnung fahren. Daraus wurde leider nichts. An diesem Morgen machten wir eine unschöne Entdeckung. Beide Mützen von Anne und Rosas Kopfhörer waren plötzlich verschwunden und auch nach gründlichem Suchen nicht mehr auffindbar. Schließlich schauten wir im Rucksack unseres Mitbewohners nach, der gerade unter der Dusche stand und voila, eine der Kappen tauchte wie von Zauberhand darin auf. Die Mädels gingen sofort zur Rezeption um den Vorfall zu melden, während ich unseren „Freund“ zur Rede stellte. Die Kopfhörer habe er sich nur geliehen, um mit seiner Freundin zu skypen, beteuerte er. Dass er diese aus dem offenen Schließfach herausgeholt hat, ließ er genauso umkommentiert wie die Frage was die Mütze in seinem Rucksack zu suchen hatte. Um die Geschichte abzukürzen, unser „Freund“ wurde aus dem Hostel geschmissen und die Polizei nahm ihn mit aufs Revier.

Für die Fahrt zum Kap der guten Hoffnung war es jetzt allerdings zu spät. Zusammen mit Miranda und Odo aus Österreich wollte ich alternativ zum Tafelberg hochwanden. Anne und Rosa hatten das schon bei ihrem ersten Aufenthalt in der Stadt abgehakt. Aber auch daraus wurde nichts. Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Es war zu windig und bewölkt für einen sicheren Aufstieg. Das Wetter in Kapstadt kann sich stündlich ändern und bei solchen Bedingungen ist es nicht ganz ungefährlich sich auf den Wanderpfad zu begeben. Die 2 Flaschen Wein und die Snacks, die wir eigentlich für den Sonnenuntergang auf dem Tafelberg gekauft hatten, wollten wir natürlich nicht schlecht werden lassen. Wir wanderten also ein bisschen im angrenzenden botanischen Garten umher und machten dann ein kleines Picknick.

Endlich ab zum Kap

2 Tage später versuchte ich es mit den holländischen Mädels erneut. Dieses Mal kam nichts dazwischen und wir machten uns mit Stewie auf den Weg ans südwestliche Ende Südafrikas. Wir schossen die obligatorischen Touri-Fotos von den Schildern am Cape Point und am Kap der guten Hoffnung und genossen die Aussicht auf den Ozean. Allerdings muss ich ehrlich gestehen, ich war ein klein wenig enttäuscht. Das Ganze war mir dann doch ein wenig zu überfüllt von Touristen, die um ihre Schnappschüsse kämpfen. Trotzdem ein cooler Ort, wenn man bedenkt das danach nur noch Ozean und die Antarktis kommen…

Pinguine in Simonstown

Auf dem Weg zurück machten wir halt in Simonstown. Ok, jetzt kann ich es euch ja sagen: Ich habe die Stadt vor einigen Jahren gekauft und nach mir benannt. 😉 Und natürlich habe ich dort auch meine Lieblingstiere angesiedelt. Am Bolders Beach kann man die niedlichen Tierchen im Butleroufit zuhauf beobachten. Wir kamen scheinbar zur Paarungszeit vorbei und so erwischten wir einige von ihnen inflagranti. 😀

Rugby – Cheeringtime

Dann meldete sich Stewie zu Wort. Er wollte nicht mehr anspringen. Wir mussten ihn anschieben, wollten wir noch pünktlich zum Rugbyspiel kommen. Ich hatte für Rosa, Anne und mich tags zuvor online Karten für das Heimspiel der DHL Stormers gegen die Brumbies erworben. Miranda entschloss sich spontan uns zu begleiten und noch eine Karte vor dem Stadion zu kaufen. Leider kamen wir etwas zu spät und die Ticketschalter waren schon geschlossen. Aber mein bruhh wäre nicht mein bruhh, wenn sie nicht mit ihrem ganzen Charme den Ordner zu überredet hätte, sie trotzdem ins Stadion zu lassen.

Wir hatten jede Menge Spaß bei unserer Rugby-Premiere im Stadion. Die Stormers gewannen zum allerersten Mal gegen die Brumbies, wie uns unsere neugewonnenen Rugbyfreunde euphorisch erzählten. Die Laoloa-Welle schwappte durch das Stadion und Miranda und ich mutierten zu Stormers-Cheerleadern.

Braai im Township

Mit Anni und Lisa (aus Köln), die wir ebenfalls vom Coffee Shack Hostel in Coffee Bay kannten, gingen Miranda und ich am Sonntag zu einem Braai im Township. Zanele, eine Freundin von Anni aus ihrer Studienzeit in Kapstadt, begleitete uns ebenfalls. Ein Braai ist quasi ein südafrikanisches BBQ. Wir mussten uns zuerst das rohe Fleisch kaufen, um es dann zu den Holzkohlengrills zu bringen. Halb am verhungern, hieß es warten bis das Fleisch mit der leckeren BBQ-Soße endlich fertig gegrillt ist. Nebenan war eine Art Lounge aufgebaut, in der die Musik aus den Lautsprechern dröhnte und zwischen den Fleisch mampfenden Menschen getanzt wurde. Ein sehr witziger Nachmittag, der die ganze Lebensfreude der Südafrikaner symbolisiert. Und das trotz meines leichten Katers (ich war am Abend zuvor mit Anni und Lisa unterwegs).

Wanderung auf den Tafelberg

Am Tag vor meiner Abreise sollte es dann endlich soweit sein. Es ging hoch zum Tafelberg. Miranda und ich zogen unsere Wanderstiefel an und machten uns auf den Weg. Das Wetter war perfekt. Klare Sicht und Sonnenschein. Wohl wissend, nicht in der allerbesten körperlichen Verfassung zu sein, entschieden wir uns für den „leichtesten“ Weg, der ca. 2,5 Stunden dauern sollte. Natürlich war es alles andere als leicht. Auch die regelmäßige Pausen, die gen Ende hin immer weiter ausgedehnt wurden, halfen nichts. Wir quälten unsere halbhohen Körper den steinigen Weg hinauf. Über die tolle Aussicht konnten wir uns dabei nur peripher freuen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann endlich soweit. Wir hatten es geschafft. Müde und kaputt, aber auch froh endlich oben zu sein, wurden wir mit dem herrlichen Ausblick über die Stadt, der Felslandschaft und der beiden zusammenlaufenden Ozeane (Atlantik und Indischer Ozean) mehr als nur entschädigt. Trotzdem verzichteten wir gerne auf den Fußmarsch zurück und fuhren gemütlich mit der Seilbahn nach unten.

Abschied nehmen

Meine Zeit in Südafrika war wirklich ganz besonders. Ich wäre liebend gerne noch länger geblieben. Die Herzlichkeit, die Landschaft und Natur haben mich einfach in ihren Bann gezogen. Und natürlich habe ich auch einige ganz besondere Menschen treffen dürfen, von denen ich mich (vorerst) wieder verabschieden musste. Vielen Dank an alle, die diese 4 Wochen so unvergesslich gemacht haben.

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