Ab zum Kap – Wildlife im Krüger Nationalpark

Nach fast fünfeinhalb Monaten auf den amerikanischen Subkontinenten war es an der Zeit den nächsten Erdteil zu erkunden. Ab zum Südzipfel Afrikas! Ab zum Kap (der guten Hoffnung)! Von Sao Paulo 9 Stunden nach Johannesburg, der größten Stadt Südafrikas. Im Gepäck jede Menge Erwartungen an Land und Leute, ein Hop-on Hop-off Busticket (Baz Bus), das mich von Johannesburg, entlang der Küste, bis nach Kapstadt bringt, sowie die Eintrittskarte zu einer 4-tägigen Safari im Krüger Nationalpark.

Mehr Glück als Verstand – Ankunft in Joburg

Durch die Zeitverschiebung, zum 1.Mal bin ich vor der Heimatzeit (+1Std.), flog ich quasi durch die Nacht und kam am nächsten Morgen in Joburg, wie die Südafrikaner Johannesburg nennen, an. Zuvor geschah noch etwas Unglaubliches: Am Flughafen in Sao Paulo wollte man mich zunächst nicht einchecken lassen. Meine Gelbfieberimpfung war erst ab den 22.Februar gültig, 4 Tage nach meinem Flug. Ich hatte schlicht und einfach nicht die Vakzinierung beachtet. Es dauert nämlich 10 Tage bis der Impfstoff auch wirklich aktive Immunität bietet. Zum Glück untersuchte der hilfsbereite South African Airways Mitarbeiter am Schalter meinen Impfausweis gründlich und schien sich mit den verschiedenen Impfungen auszukennen. In dem gelben Heftchen war bereits die benötigte Impfung eingetragen. Scheinbar hatte ich die Impfung im August letzten Jahres doch erhalten. Die Crux: sie ist nicht unter dem üblichen Namen eingetragen sondern als Stamaril deklariert. Bei der vielen Impferei kann man schon mal durcheinander kommen. 😀

Mit dem Schreck in den Knochen ging aber dann doch alles glatt. Wie geplant landete ich am 19.Februar um 7:30Uhr in Johannesburg. Vom Flughafen wurde ich vom kostenlosen Hostel-Shuttle in meine Bleibe gebracht. Dort sollte ich allerdings nicht lange bleiben und am nächsten Morgen direkt weiter, zu meiner heiß ersehnten Safari, ziehen.

4 Tage Safari – deutsche Truppe

Ich wurde am frühen Morgen von Moses, unserem Fahrer, abgeholt. Gemeinsam mit den restlichen Tourteilnehmern machten wir uns auf die 6-stündige Fahrt zu unserem Camp in der Nähe des Nationalparks. Wir waren zu sechst, davon 4 weitere Landsleute. Maria und Marlene kamen aus München, Johannes und Matthias aus Offenburg. Wie es der Zufall so will waren die beiden im gleichen Hostel und so haben wir schon am Abend zuvor, bei einem kühlen Black Label-Bier, das Brot gebrochen.

Maholoholo Wildlife Animal Rehabilitationscenter

Nach der Ankunft in unserem Camp, bezogen wir unsere Zelte, bevor es direkt weiter ging in ein Areal für verletzte und verstoßene Tiere. Dort konnten wir u.a. einen gezähmten Geparden streicheln und verschiedene Adler bewundern. Der Marshall- oder Weißadler ist der Größte Afrikas. Forscher haben in seinen Nestern Spuren von menschlichen Babies gefunden. Mit seinen Krallen kann er problemlos menschliche Knochen brechen.

Weiter ging es zum Geier-Käfig, wo ich einen besonders hungriges Exemplar füttern durfte. Hoffentlich kein Pleitegeier… 😉 Zum Schluss sahen wir noch eine Löwin, Wildhunde (nichts ahnend, dass wir sie bald in freier Wildbahn bestaunen durften) und einen Honigdachs. Diese ganz gerissenen Viecher können sogar Elefanten töten. Sie graben sich unter der Erde zu ihnen durch und beißen ihnen, auf Deutsch gesagt, die Eier ab. Der Elefant verblutet. Was für ein schrecklicher Tod.

Damit war der erste Tag so gut wie beendet. Im Camp zurück gab es ein leckeres Abendessen (T-bone Steak, Kartoffeln, Salat), zubereitet von der guten Seele der Anlage. Koch Martin läuft immer mit einem Lächeln durch die Gegend. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob dabei gewisse Pflanzensubstanzen mithelfen. 😉

Auf der Jagd nach den Big 5

Der Hahn krähte am 2. Tag noch vor Sonnenaufgang. Um 4:15Uhr hieß es aufstehen, frühstücken und ab in den ca. 45 Minuten entfernten Krüger Park. Zum Verständnis, wir sprechen vom größten Wildschutzgebiet Südafrikas, mit rund 20.000 km² Fläche in etwa so groß wie Israel oder RheinlandPfalz.

Kaum waren wir im gelobten Land, schon das 1. Highlight. Ein Rudel Wildhunde (etwa 20 Tiere) jagte über die Straße. Goodman, unser Guide, war völlig aus dem Häuschen. er erklärte uns, im Krüger leben nur etwa 400 Wildhunde, die man im Durchschnitt vielleicht alle 3-4 Monate zu Gesicht bekommt. So konnte es weiter gehen…

Und in der Tat, schon am 1. Tag durften wir das gesamte Promi-Tier-Quintett bestaunen. Die Big Five, die gefährlichsten und am schwersten zu jagende Tiere Afrikas. Gemeint sind Löwe, Leopard, Nashorn, Büffel und Elefant. Darüber hinaus, gab es noch jede Menge andere Arten zu beobachten. Wir fuhren an Zebras, Affen, Giraffen, Schildkröten, die gemütlich über die Straße watschelten, Vögeln und großen wie kleinen Pumas (die Walzenschweine aus König der Löwen) vorbei.

Aber, wie immer sprechen die Bilder die deutlichste Sprache. Also seht selbst wen und was wir alles so gesehen haben. Das Ganze habe ich dieses Mal auch in einem Filmehen festgehalten (unter dem nächsten Kapitel). Viel Spaß!

Tag 2

An Tag Nummer 2 das gleiche Prozedere. Kurz nach 4 Uhr raus, um 5 Uhr los und ab auf Safari. Dieses Mal nur bis Mittags, da am Abend eine Sonnenuntergangs-Safari in einem kleineren Ressort anstand. Mit Wein und Knabberzeug bewaffnet, konnten wir die Tiere ganz aus der Nähe begutachten. Ein gelungener Abschluss einer unvergessenen Zeit!

Obwohl, am Abend trafen wir auf die nächste Gruppe. Nach dem gemeinsamen Abendessen (wie immer hervorragend, dank Martin, unserem allseits lächelnden Koch) genossen wir unsere letzten Stunden im Camp. Wir wollten den guten südafrikanischen Wein schließlich nicht schlecht werden lassen… 😉

Mein ganzer Dank geht noch einmal an unseren Guide Goodman. Oder wie ich ihn nenne, Bestman! Ein überragender Typ und der beste Guide aller Zeiten! Im Busch, in der Nähe des Parks aufgewachsen, kannte er das Gebiet wie seine Westentasche, las Fußspuren, erklärte uns das Verhalten der Tiere und ging ganz auf unsere Wünsche ein.

Tag der Abreise

Gegen 7:30 Uhr brachen wir auf, zurück in Richtung Joburg. Auf dem Weg hielten wir noch kurz am Blyde River Canyon an, dem drittgrößten Canyon der Welt. Etwas verkatert und übermüdet erhaschten wir 1-2 Blicke und machten unsere obligatorischen Fotos.

canyon 1

Eine weitere Nacht in Joburg

Mit meinen deutschen Tourkompanen checkte ich für eine Nacht in einem Hostel, etwas zentraler in der Stadt, ein (den Namen habe ich schon wieder vergessen). Maria, Marlene, Matthias und Johannes blieben noch etwas länger dort, während ich am nächsten Tag weiterzog ins heisse Durban. Aber davon bald mehr…

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