Ich bin dann mal offline

Die Höhe von La Paz

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Von der Unendlichkeit der Salzwüste zog ich mit den drei argentinischen Mädels weiter nach La Paz. Nach der nächtlichen Busfahrt bezogen wir ein Viererzimmer im Muzungu Hostel, in direkter Nähe zum „Hexenmarkt“, auf dem man so gut wie alles bekommt. Die Höhe von Boliviens Hauptstadt hat mir die ersten Tage schwer zu schaffen gemacht, so dass ich erstmal flach lag. Trotzdem habe ich mich noch zur  San Francisco Kirche gequält, wo an diesem Tag ein ungewöhnlich anmutendes Ereignis aufwartete. Überall waren Stände aufgebaut, an denen man Miniaturgeldscheine, Autos, Häuser und alles was das Herz sonst so begehrt, kaufen konnte. Anschließend musste man sich um 12Uhr Mittags vor den Kircheneingang drängen, wo 5 Priester die erworbenen Mini-Güter weihten. Nach bolivianischen Brauch verwandeln sie sich im folgenden Jahr zu echtem Geld, Autos, Häusern und Gott weiss nicht was. Die bolivianische Bevölkerung sollte demnach bald vor materiellem Reichtum nur so strotzen. 😉

Nach etwas Bettruhe habe ich es gegen Abend auch noch zur Seilbahn geschafft, um wo aus man einen tollen Blick auf die Stadt bewundern kann.

Exkursion: La Paz

Boliviens Hauptstadt liegt auf etwa 3600m Höhe und ist somit die Stadt mit dem höchstgelegenen Regierungssitz der Erde. Die etwa 750.000 Einwohner verteilen sich in dem ca. 400 Meter tiefen Canyon des Rio Chokevapu bis zu den Berghängen in Richtung der inzwischen eigenständigen Stadt El Alto (850.000 Einwohner), wo auch der internationale Flughafen La Paz-El Alto liegt. Dieser ist um die 1.000m höher als der tiefste Punkt La Paz‘, was zu einem herrlichen Blick über die Stadt führt. Die schneebedeckten Gipfel des Hochgebirges im Hintergrund lassen jedes Foto zur Postkartenkulisse werden.

Am zweiten Tag gingen die Mädels auf eine Tagestour in die Umgebung. Ich wollte mich weiter erholen und blieb zunächst auf dem Zimmer. Meine geplante Mountainbike-Abfahrt, die berühmte „Death Road“ hinunter, musste ich mir in diesem Zustand abschminken. Allerdings sollte ich noch einmal nach La Paz zurückkehren und in den Genuss des Adrenalinrausches kommen, den die gefährlichste Straße der Welt verursacht…

Stattdessen lief ich, nach einigen ausgiebigen Nickerchen, ein wenig durch die Straßen. Ich wollte mir das Nationalstadion „Hernando Siles“ anschauen. Leider war es an diesem Tag nicht möglich ins Innere zu gelangen. Aber auch an diesen Ort sollte ich etwas später zurückkehren…

  

Idylle am See – little Woodstock

Erstmal ging es weiter zur Copacabana. Nein, ich bin nicht nach Rio zurückgekehrt. Copacabana ist die Halbinsel auf der bolivianischen Seite des Titicacasees, von wo aus man ein Boot zur idyllisch gelegenen „Sonneninsel“ nehmen kann. Sie sollte ihren Namen noch alle Ehre machen…

Wir entschieden uns 2 Nächte an der Nordseite der Isla del Sol zu verbringen, ein beliebtes Ziel für Camper. Der Strand war übersät von Isomatten, Schlafsäcken und Zelten, deren Bewohner zum Großteil aus Argentinien stammte. Mich erinnerte das eher an Woodstock und eine 69er Hippie-Community. Wir verzichteten auf das Freiluft-Vergnügen und richteten uns in einem Hostel in Strandnähe ein. Die 2 Nächte auf der Insel waren super entspannend. Es tat gut einfach mal die Naturidylle zu genießen und auf die Errungenschaften der „neuen Welt“ zu verzichten. Kein world wide web, keine Bankautomaten, Flimmerkisten o.ä. Wie gesagt, ein gewisses Hippie-Feeling, mit den ganzen Gitarren und Ukulelen die überall am Strand ertönten.

Am zweiten Tag bin ich (ohne Sonnencreme) am Strand weggenickt. Als ich wieder aufwachte, hatte mein Gesicht die Farbe eines frisch gestrichenen Stoppschildes. Tagsüber brennt die Sonne auf einen herab und es wird richtig heiss. Verschwindet sie allerdings, fängt man an sich den A…. abzufrieren.

Hier ein paar Bilder von der Sonneninsel:

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An der Copacabana

Ein erneutes ‚Adios‘ zurück auf dem Festland. Maria, Macarena und Ani wollten weiter nach Peru, in Richtung Machu Picchu. Ich blieb hingegen noch eine Nacht in Copacabana, um mir das Städtchen ein wenig zu Gemüte zu führen. Habe ich schon erwähnt, dass das Internet in Bolivien eine mittlere Katastrophe ist? Ich musste also in ein Internetcafe, um einen halbwegs vernünftigen Zugang zu bekommen. Geburtstagsskypen mit Oma und Handball-EM Halbfinale Deutschland-Norwegen stand auf dem Programm. Natürlich lief mein Stream nicht wirklich gut und die meiste Zeit war es mehr Radio als wirkliches Zuschauen. Das tat der Spannung jedoch keinen Abbruch. Eine sensationelle Aufholjagd, ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit, eine meisterhafte Verlängerung und gefühlte 3 Herzinfarkte später stand fest, unsere Jungs haben es geschafft! Finale! Unglaublich!

Zufrieden mit der Welt konnte ich mir am Abend noch ein Gute-Nacht-Getränk, mit Blick auf den See, gönnen. Am nächsten Tag wollte ich gegen Nachmittag nach La Paz aufbrechen. Zuvor bestieg ich den örtlichen Gipfel, um einen letzten Blick auf die Stadtkulisse und den Titicacasee zu erhaschen.

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Als ich Nachts in La Paz ankam, entschied ich mich für das Adventure Brew Hostel, in der Nähe des Busbahnhofs. Ich wollte 3 weitere Nächte hier verbringen, um endlich die Death-Road-Abfahrt zu bewältigen. Warum am Ende daraus schier endlose 6 Nächte wurden erfahrt ihr im 2.Teil der La Paz Geschichte…

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