Buenos Dias Buenos Aires

Meine Woche in Buneos Aires

Nach der eher entspannten Zeit an der brasilianischen-argentinischen Grenze sollte es in Buenos Aires wieder „lebhafter“ werden. Becky und ich nahmen den Bus um 16:00Uhr, der die Hauptstadt am nächsten Mittag erreichte. Fabian sollte einen Tag später folgen. Das erste Indiz für mehr Action und Abendunterhaltung war unsere Hostel Wahl. Wir nisteten uns im Millhouse Hostel ein, eine Hostelkette bekannt für ihr reichhaltiges Programm (ich habe bewusst versucht das Wort Partyhostel zu vermeiden).

Walking Tour durch La Boca

Den Ankunftstag ging ich noch sehr gediegen an. Am nächsten Morgen wollte ich schließlich an einer Walking-Tour durch den Stadtteil La Boca teilnehmen. Buenos Aires ist in viele verschiedene Bezirke unterteilt, die alle eher eigenständige wirken. Die Architektur ist teilweise stark europäisch geprägt. Wüsste man nicht, dass man sich gerade in Argentiniens Hauptstadt befindet, könnte man glatt glauben man sei in Paris, wenn man etwa in den Stadtteilen Recoleta oder Palermo durch die Straßen läuft.

La Boca and me

Der europäische Einfluss ist kein Zufall. Buenos Aires war vor allem für italienische Auswanderer ein beliebtes Ziel. Der Stadtteil La Boca steht exemplarisch hierfür. Die Neuankömmlinge aus Europa landeten am dortigen Hafen. Auf Grund von Geldmangel, mussten sie ihre Häuser aus alten Schiffscontainer bauen, die dann mit der übrig gebliebenen Farbe angestrichen wurde. Dadurch entstand ein farbenprächtiges Viertel, bekannt durch seine bunten Häuser. Allerdings ist La Boca, abseits der Touri-Pfade, kein leichtes Pflaster. Es ist immer noch ein Viertel, in dem vor allem die ärmere Bevölkerung beheimatet ist. In den Anfangsjahren war La Boca u.a. bekannt für Prostitution. Die Herren aus den betuchteren Vierteln kamen immer wieder gerne nach La Boca um seine „Vorzüge“ zu genießen. In diesem Milieu entstand übrigens auch der Tango. Ursprünglich ein Tanz der „Damen“ mit den Herren, um die Wartezeit auf ein freies Zimmer zu vertreiben, wurde der Tanz in ganz Argentinien populär, als die Franzosen ihn für sich entdeckten.

La Bocastreets 1streets

Diego

Im Stadtteil La Boca ist auch Argentiniens berühmtester Klub beheimatet, Boca Juniors. Im legendären La Bombonera Stadion trieb einst schon Diego Maradona sein Unwesen. Heute heisst der größte Star Carlos Tevez, der von den Menschen hier fast als Halbgott verehrt wird. Ich habe kein einziges Trikot gesehen, auf dessen Rücken nicht die Nummer 10 prangerte. Leider machte die argentinische Liga während meines Aufenthaltes gerade Pause. So musste ich mich mal wieder mit einem leeren Stadion begnügen. Der Blick auf die leeren Ränge ließ meine Sehnsucht nach einem Boca Spiel allerdings nur noch größer werden. Dieses Stadion hat einfach einen ganz eigenen Charakter. Nicht auszumalen wie die Stimmung während eines Spiels sein muss. Aber genug der Schwärmerei.

la Bombonerala Bombonera pano

Partytime

Nach der Tour trafen wir Fabian wieder, der ebenfalls im Milhouse eingecheckt hatte. Die unvermeidliche Party stand also an. Schließlich hatte ich mich jetzt lang genug ausgeruht und für Fabian waren es die letzten Tage in Südamerika. Die Party fand zunächst in unserem Hostel statt. Die Milhouse Kette besitzt 2 Hostels in Buenos Aires, die sehr nahe beieinander liegen. Das Abendprogramm wechselt immer wieder von einem zum anderen Hostel. Wie gesagt, heute hatten wir ein Heimspiel. Anschließend zogen wir weiter in einen Club in Palermo, der ziemlich überfüllt war. Davon ließen wir uns aber nicht abhalten. Nach einigen Fernet Colas (das argentinische Nationalgetränk) und den „Bewegungen“ zu den elektronischen Beats (ich weiss nicht ob man das bei mir tanzen nennen darf), bogen wir auf den Heimweg an.

Nein, das Wort verkatert nehme ich nicht in den Mund. Am nächsten Morgen erkundeten Becky und ich, leicht angeschlagen, Palermo bei Tag. Die erste Anlaufstelle war der botanische Garten, bevor wir weiter zum japanischen Garten wollten. Ein Tag im Zeichen der Natur also. Da uns der Eintritt für letzteren zu teuer war, gingen wir noch ein wenig durch den angrenzenden Park spazieren, bevor wir ins Hostel zurückkehrten.

Am Abend stand dann das nächste Party-Heimspiel an. Diesmal ging es im Hostel schon mehr zur Sache. Fabian und ich nahmen am Beer Pong Turnier teil. Unglaublicherweise musste ich meine erste Niederlage während dieser Reise einstecken. Die offiziellen Regeln und der Tisch entsprachen unserer Meinung aber nicht ganz den üblichen Bedingungen. Daher blieb nach unserem Ausscheiden auch ein fader Beigeschmack hängen, der noch verstärkt wurde, als wir unsere Bezwinger und spätere Turniersieger in einem inoffiziellen Match, auf einem angemessenen Tisch, vernichtet bezwangen. Zusammen mit ein paar verrückten Australiern fuhren wir später in einen Club am Hafen. Leider war dort komplett tote Hose. Wir tanzten trotzdem bis in die frühen Morgenstunden. Ein paar Stunden zuvor hatte ich einen Schreckmoment zu verdauen. Als wir vor dem Club standen kamen plötzlich zwei Polizisten um die Ecke und wollten uns nach Drogen untersuchen bzw. meinten, wenn wir 1000 Pesos bezahlen würden, wäre die Sache erledigt. Wir haben natürlich keine 1000 Pesos bezahlt und ließen die Prozedur über uns ergehen. Schließlich hatten wir keine Drogen dabei. Allerdings schießt einem in diesem Moment das Adrenalin trotzdem durch den Körper und man fühlt den Pulsschlag bis zum Hals. Man weiss ja nie was die durchaus korrupte argentinische Polizei so treibt. Am Ende ging alles gut und die Nacht nahm ihren Lauf. Auf dem Heimweg gönnten wir uns noch ein leckeres Choripan (traditionelle Wurst in einer Art Baguette) an der Flusspromenade bei Sonnenaufgang.

Entspannung pur am nächsten Tag

Tags darauf ließen es alle ein wenig entspannter an. Für Fabian war es leider an der Zeit ‚Adios‘ zu sagen. Der Arme hatte einen Temperatursturz von fast 50 Grad vor sich. An dieser Stelle liebe Grüße an das kalte Deutschland. 😉

Im Gemeinschaftsbereich traf ich auf Marinka aus Holland. Die nächsten Tage sollten wir zusammen mit Becky und Paul, der ebenfalls aus Deutschland kommt, eine deutsch-holländisch-englische Gemeinschaft bilden. Leider hatten wir viel zu wenig Zeit zusammen, da wir Sonntag bzw. Montag alle in verschiedene Richtungen weiterzogen. In den wenigen Tagen hatten wir aber eine tolle Zeit zusammen. Am unserem ersten Abend gingen wir in das andere Milhouse Hostel zur Pyjama night. Allerdings ließen wir es wie gesagt etwas ruhiger angehen (zumindest die meisten von uns) und sind relativ früh wieder zurückgeschlendert.

Tag der Kunst & Besuch von Eva Perons Grab

Becky, Marinka und ich liefen am nächsten Tag zur Touri-Höchstform auf. Zuerst stand ein Besuch im Museum für Lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires oder kurz: Malba, an. Ein Museum mit moderner Kunst, hinter die ich allerdings ehrlich gesagt nicht so recht gestiegen bin. Weiter ging es zum nächsten Museum, dem Museo Nacional de Bellas Artes, das einige tolle Bilder und Skulpturen zu bieten hatte. Und das Beste: wir hatten freien Eintritt.

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Ein kurzer Zwischenstopp zur weiteren Kräftigung später, besuchten wir den weltberühmten Friedhof von Buenos Aires. Hier liegt u.a. Eva Peron begraben, die Gattin des ehemaligen Präsidenten Juan Peron, besser begannt als Evita („Don’t cry for me Argentina…“).

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Tag II mit vollgepacktem Sightseeingprogramm

Am Freitag habe ich die Hotspots in der Umgebung meines Hostels abgeklappert. Im Centro befinden sich u.a. der Nationalkongress, die Casa Rosada (argentinische Regierungsgebäude) und der Puerto Madero, der Hafen von Buenos Aires mit angrenzendem Park. Dort kam es zu einem Wiedersehen: ich traf Fabia aus Deutschland wieder, die mit Acki und mir im gleichen Hostel Weihnachten in Rio verbracht hat und Teil eines unvergesslichen Heilig Abends an der Copacabana war.

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Die letzte Partynacht – Die glorreichen Vier

Der Samstag sollte sozusagen unsere Abschlussfeier werden, bevor Sonntag/Montag alle in verschiedene Richtungen weiterziehen sollten. Also warfen sich Becky, Malinka, Paul und ich in Schale und gingen zu unserem Partnerhostel. Nach ein paar Drinks in der Happy Hour wurde ein Club am Puerto Madera angesteuert. Mega groß und mega voll, aber mit einem Riesen Außenbereich und guten Dj’s war die Party ein gelungener Abschluss meiner Zeit in Buenos Aires!

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