Der Reisepass füllt sich…

…zumindest virtuell. Denn am Grenzübergang von Guatemala nach El Salvador bekommt man leider keinen klassischen Stempel in seinen Reisepass. Das innovative und hochmoderne El Salvador erledigt das virtuell am Computer.

Aber der Reihe nach: Aus dem Dschungel in Lanquin bin ich letzte Woche die Reise nach Antigua angetreten. Einer kleinen Stadt in der Nähe von Guatemala City. Umgeben von teils noch aktiven Vulkanen, wirkt es fast so als sei man in eine europäischen Kleinstadt um das 19./20.Jahrhundert zurückversetzt. Nicht von ungefähr, war Antigua bis ins späte 18.Jahrhundert die Hauptstadt der spanischen Kolonien in Mittelamerika.

Halloween in Antigua

Freitag Abend war der holprige Weg von Lanquin nach Antigua endlich geschafft. Allerdings konnte ich in meinem Hostel nur für eine Nacht einchecken. Die Stadt war randvoll mit Touristen und Backpackern, die am nächsten Tag Halloween feiern wollten. Zum Glück habeich dann doch noch für die restlichen Tage ein Hostel gefunden. Die Party konnte also losgehen.

Die erste Aufgabe war aber zunächst ein Kostüm zu finden. Auf den Rat einiger Hostelmitarbeiter hin bin ich zum nahgelegenen Markt gelaufen, auf dem alles Mögliche verhökert wird. Natürlich gab es dort auch eine Art Second Hand Kostümgeschäft, mit einer ziemlich kuriosen Auswahl an Verkleidungen. Ich habe mich letztlich für ein klassisches Dracula Kostüm entschieden, das ich auf 30 Quetzal runterhandeln konnte (ca. 3,60€). Noch ein paar falsche Zähne, ein bisschen Schminke und mein Kostüm war komplett… Fast komplett – es fehlte natürlich noch die individuelle Note: Passend zum Novemberanfang hab ich mir den traditionellen Movember-Schnurrbart rasiert. Als Movacula wurde also Angst und Schrecken verbreitet!!!

Tote Hose in Antigua

Nach der Halloween Party, bei der man sich in den Clubs kaum bewegen konnte und die Straßen Antiguas voller Feierwütiger waren, veränderte sich das Bild der Stadt die nächsten Tage schlagartig. Scheinbar mussten alle ihre Halloween-Wunden lecken. Von einem Tag auf den anderen waren die Straßen, vor allem Abends, wie leergefegt. Ich tat es dem Rest Antiguas gleich und verbrachte einen ziemlich relaxten Tag mit meinen australischen Freunden.

Wanderung auf den Pacaya Vulkan

Der nächste Tg versprach dann wieder etwas mehr Action. Eine Wanderung auf den immer noch aktiven Pacaya Vulkan war angesagt. Die Tour begann um 14:30, sodass wir pünktlich zum Sonnenuntergang auf dem Gipfel ankamen. Nach einer ca. 1-stündigen Fahrt von Antigua in die Berge, ging die steile und ziemlich anstrengende Bergbesteigung los. Etwa 2 Stunden später standen wir vor direkt vor dem Vulkan und der versteinerten Lavalandschaft, die sich vor diesem gebildet hat. Die heißen Gase die teilweise aus der Lawa herausdampfen wurden dann auch gleich genutzt um Marshmallows zu grillen. Genau zum Sonnenuntergang konnten wir dann den Blick auf den Vulkan und die Umgebung genießen. In der Dunkelheit hatten wir dann auch eine tolle Aussicht auf die Lichter von Guatemala City. Der Vulkan war an diesem Abend (leider) ziemlich ruhig. Wahrscheinlich hat er sich von der allgemeinen post-Halloween Müdigkeit anstecken lassen. Zumindest ein leichtes rötliches Schimmern durch die Wolken- und Nebeldecke war dann aber doch zu erkennen.

Ab nach El Salvador

Am nächsten Morgen ging es dann also über die besagte Grenze nach El Tunco in El Salvador. Ein Surferhotspot etwa 1 Autostunde von der Hauptstadt San Salvador entfernt.

Was gibt es über El Tunco zu sagen? Unter der Woche ist es hier ziemlich relaxt und man kann in der Hängematte die Seele baumeln lassen. Natürlich habe ich mich hier auch auf das Surfboard gewagt. Wirkliche Fortschritte nach meinen Versuchen in Mexiko habe ich allerdings nicht gemacht. Immerhin bin ich wieder  2-3 Wellen gestanden. Mein Platz in der Surferfamilie ist mir also sicher – Hang Loose 😉

Am Wochenende soll die Party hier angeblich ziemlich wild werden. Allerdings werde ich das nicht mehr miterleben. Mein Weg geht über San Salvador, wo ich eine Nacht verbringe, weiter nach Leon in Nicaragua, wo der nächste Vulkan auf dem Programm steht. Diesmal wird er aber mit dem Board hinuntergefahren. Soll ziemlich cool sein, haben mir jetzt schon einige Backpacker berichtet. Ich bin also gespannt was mich in Nicaragua erwartet…hoffentlich erstmal ein weiterer Stempel in meinem Reisepass…und die Party soll auch ganz gut sein da 😉

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