Bye-Bye New York City – Ich war nicht noch niemals in New York

Der letzte Tag im Big Apple – heute Abend geht die Reise weiter ins Zockerparadies Las Vegas, Nevada. Knapp sechs Stunden Flug und ich tauche in eine komplett andere Welt ein. Hoffentlich mit einem glücklichen Ende für mich. 😉

Meine letzten Tage in New York waren eigentlich ganz entspannt. Nachdem ich mich am Samstag Abend mit Caroline aus Schottland (mit angezogener Handbremse) ins Nachtleben gestürzt habe, hieß es am Sonntag umziehen ins nächste Hostel. Dort angekommen gab’s erstmal Probleme mit der Reservierung (statt der reservierten drei Nächte war das Zimmer zunächst nur für zwei Nächte gebucht. Zu guter Letzt musste ich gestern Morgen aus- und wieder einchecken, konnte aber eine dritte Nacht für schlappe 89$ bleiben. Nach dem ganzen Hick Hack und Umzugsstress war der Tag dann auch relativ früh gelaufen. Schließlich stand am nächsten Morgen mein persönliches Highlight des New York Aufenthalts an – ein Besuch bei den US Open – eines der vier wichtigsten Tennisturniere des Jahres.

US Open

Am Montag um 9Uhr ging’s dann also ab nach Queens, Flushing Meadows, auf das riesige Gelände der US Open. Nach der 45-minütigen Fahrt mit der Subway hieß das erste Ziel Louis Armstrong Stadium. Der zweitgrößte Platz direkt neben dem Center Court. Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, dass ich meinen Platz dort erst 13,5 Stunden später und mit einem mega Sonnenbrand wieder verlassen würde. Man bekommt dort nämlich keinen festen Platz, sondern setzt sich nach dem Prinzip: wer zuerst kommt malt zuerst. Ich hab mir also gleich den perfekten Platz ausgesucht, neben Martin, einem schätzungsweise um die 70-Jährigen Amerikaner, der bereits alle vier Grand Slams besucht hat. Nach einiger Zeit an philosophieren über Tennis, Deutschland und die Flüchtlingssituation in Europa, treffen wir die Absprache, dass wir gegenseitig auf unsere Plätze aufpassen, falls einer von uns das Stadion kurz verlassen wollte.

Der Platz war also gesichert, nun konnte es endlich losgehen. Mein erstes Tennismatch live im Stadion. Um 11Uhr ging es endlich los. Zunächst ein Männerdoppel Viertelfinale, bevor das erste Highlight anstand: Sabine Lisicki gegen Simona Halep, Achtelfinale Damen. Das Match war Dramatik pur, leider mit dem schlechteren Ende für die Deutsche, die im entscheidenden dritten Satz mit Krämpfen zu kämpfen hatte. Vielleicht hat sie Oliver Pocher die Nacht zuvor nicht in Ruhe gelassen 😀 Der war übrigens auch anwesend..

Nach zweieinhalb Stunden Damentennis waren dann die Männer am Zug. Andy Murray gegen Kevin Anderson. Was für ein Match! Murray schien nicht seinen besten Tag zu haben, machte dies aber mit seinen Entertainment-Fähigkeiten wett. Immer wieder heizte er das Publikum an, bis schließlich gegen Ende des dritten Satz‘ die Laolawelle durchs Stadion ging. Zu diesem Zeitpunkt ist es schon dunkel geworden und das Flutlicht ging an. Die beste Szene im Spiel war für mich Murray’s Wutausbruch, als er seinen Schläger zertrümmerte, um ihn dann einem Fan im Publikum zu schenken. Doch es half alles nichts. Gegen den Aufschlaggewaltigen Anderson (immer so um die 215 km/h) zog der Brite den Kürzeren und verlor verdient in vier Sätzen.

Nach der emotionalen Achterbahnfahrt lichtete sich das Stadion relativ schnell. Es war mittlerweile fast 22Uhr geworden. Auch Martin verabschiedete sich von mir. Für mich war es aber keine Frage, ich bleibe bis zum bitteren Ende! Etwas müde, komplett durchgeschwitzt und Sonnenbrand am ganzen Körper. Doch die nächste Partie, Tomas Berdych gegen Richard Gasquet, versprach schließlich ebenfalls einiges. Insgesamt plätscherte das Spiel etwas dahin, was auch an der fehlenden Stimmung im Stadion lag. Es war eben ein langer Tennis-Tag. Gasquet gewann ebenfalls in vier Sätzen. Mein persönliches Highlight in diesem Spiel war die Freundin von Berdych, da gibt es keine zwei Meinungen…;)

Letzter Tag in NYC

Gestern bin ich mit Caro aus Solingen durch den Central Park geschlendert. Dabei gab mir Caro wertvolle Tipps für meine weitere Reise. Sie hat gerade einen dreimonatigen Backpacking-Trip hinter sich, u.a. durch Mexiko, also meiner nächsten Station nach der USA, und hat am Ende ihren Bruder in New York besucht. Vielen Dank nochmal Caro, auch von dieser Stelle aus!

Abends war ich dann noch ein paar Bierchen trinken mit Lukas, den ich in meinem ersten Hostel kennengelernt habe. Heute steht also wieder ein Reisetag an, bis ich um etwa 21:30 in Las Vegas lande.

Fazit

Das war also New York City, der Big Apple, die Stadt die niemals schläft. Es fällt mir verdammt schwer ein Fazit zu ziehen. Auf der einen Seite ist die Stadt einfach nur beeindruckend, die Skyline, die vielen Lichter überall, die vielen unterschiedlichen Menschen. Auf der anderen Seite ist sie auch extrem hektisch und ich habe das Gefühl hier wird der Slogan, „Friss oder stirb“, brutal gelebt. Es heisst nicht umsonst: If you can make it there, you can make it anywhere!

Es war wirklich total beeindruckend und ich bin froh diese Mega-City mal besuchen zu dürfen. Hier zu leben könnte ich mir allerdings nicht wirklich vorstellen..

 

One World Trade Center
One World Trade Center
Aus der Roosevelt Island Tramway (Seilbahn)
Aus der Roosevelt Island Tramway (Seilbahn)
Lisicki beim Aufschlag
Lisicki beim Aufschlag
Europsport Kommentator Matthias Stach und Fedcup Captain Barbara Rittner
Europsport Kommentator Matthias Stach und Fedcup Captain Barbara Rittner
What time is it? Sonnenbrand
What time is it? – Sonnenbrand –

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